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So schrumpfen Fotos zu Spielzeuglandschaften

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Betrachtet man eine herkömmliche Porträtfotografie, so fällt das Abstrahieren nicht sonderlich schwer. Niemand würde glauben, dass ein postkartengroßes Porträt einen postkartengroßen Menschen abbildet. Dieses Selbstverständnis liegt zum großen Teil darin begründet, dass die Schärfeverteilung der bildwichtigen Teile weitgehend mit dem Augeneindruck übereinstimmt.

 

Ein wenig anders verhält sich dies, wenn sehr kleine Dinge fotografiert werden. Für die Bildwirkung entscheidend ist dabei das Verhältnis von Objektgröße zur Fläche des aufnehmenden Mediums, bedeutet im Klartext: Je ker das fotografierte Objekt, desto geringer der Bereich der Tiefenschärfe. Das erklärt, warum das Gebirgspanorama gestochen scharf wiedergegeben wird, während der scharf abgebildete Bereich eines Spielzeugautos gerade mal ein paar Millimeter beträgt.

 

Wir alle kennen diese typische Schärfeverteilung von Makroaufnamen und würden nie auf die Idee kommen zu glauben, der verschwommene Vorder- oder Hintergrund sei wirklich so unscharf wie in der Aufnahme dargestellt. Statt dessen interpretieren wir die Unschärfe um und konnotieren sie mit geringer Größe. Diese nicht unbeträchtliche Abstraktionsleistung gelingt übrigens nicht nur Besitzern von Makroobjektiven, sondern ist gewissermaßen optisches Allgemeingut. Auch ohne fotografisches Spezialwissen werden unscharfe Bildteile bei manchen Bildern automatisch in Größenverhältnisse uminterpretiert.

 

Zum Glück! Denn natürlich lässt sich dieser Zusammenhang auch in umgekehrter Richtung nutzen, man braucht nur die Schärfeverteilung einer Makroaufnahme nachzuahmen. Dies funktioniert auf unterschiedlichste Weise: Entweder verwenden Sie einen Aufnahmechip von 3x4m Größe samt Normalobjektiv von etwa 6000 mm. Aufwendig und schwer zu beschaffen, aber extrem wirksam. Oder man greift zu einem kleinen Trick: Durch Neigen des Objektivs verlegt man die Schärfeebene so, dass sie nicht mehr parallel zur Fläche des Chips verläuft, sondern diese in einer Geraden schneidet. Der Trick stammt aus der Großformatfotografie, lässt sich aber auch bei einer herkömmlichen Kleinbild-DSLR anwenden. Allerdings benötigt man dazu ein sogenanntes Tilt-Shift-Objektiv, dessen optische Achse verschwenkbar ist. Der Effekt ist schlichtweg atemberaubend, wenn man ein paar Dinge beim Fotografieren beachtet.

 

Wenn Sie schon mal fasziniert auf die kleine Welt einer Modelleisenbahnanlage geblickt haben, wissen Sie im Prinzip auch, was es beim Fotografieren "unechter" Miniaturwelten zu beachten gilt. Denn die meisten Miniaturwelten, die man im Laufe des Lebens sieht, betrachtet man aus der Vogelperspektive, also von oben. Die Motive sind nicht immer sehr originell, aber stets detailliert - ohne Modellhäuser, Bäumchen und Passanten geht gar nichts. Aber genau diese Kleinteiligkeit ist es, die das Verschwimmen der Konturen in der Unschärfe besonders hervorhebt.

 

Von Uli Staiger

 

 

Tilt Shift Effekt mit Focal Point erstellen.

Das am Anfang gezeigte Foto, habe ich mit dem Programm "Focal Point 2" von OnOne Software, erstellt. Das Programm kann in Photoshop, bzw. Photoshop Elements, eingefügt werden. Oder man läßt es ganz als StandAlone  Programm laufen.

Im Gegensatz zu Photoshop, wie oben beschrieben, arbeitet dieses Programm ohne zusätzliche Ebenen und Masken. Es ist alles im Programm eingebettet.