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Gesenkschmiede-Hendrich und Balkhauser Kotten 15.05.2009

Foto Tour:  Solinger Handwerkskunst:

 

Zeitplan:

1. Besichtigung und Führung Industriemuseum "Genkschmiede Hendrichs" 2. Besichtigung und Führung Balkhauser Kotten  (alter Schleiferbetrieb)

3. Teilnehmen an einer Solinger Kaffeetafel

Datum:                 15.05.2010
Treffpunkt           10.45 Gesenkschmiede Hendrichs
Teilnehmerzahl:  10 - 12

 

Bitte bei mir per Email an meine Adresse "klaus-peter.beck@t-online.de" anmelden.

Auch die, welche letzten Samstag beim fc-Treff, mündlich zugesagt haben

(kommen an erster Stelle in der Liste).
Kosten: incl. Führungen Eintritt und Kaffeetafel,

             je nach Teilnehmer ( bei 10 = 21,00 € )          

             sorry:  Eintritt (2,50 €) in der Gesenkschmiede kommt noch dazu.

 

Zugesagt:  Jörg Zimmermann + Frau und Sohn 

                  Wolfgang Zimmermann + Frau

                  Helmuth Sturm und Frau             

                  Ilona  

                  Guido            

                  Klaus-Peter Beck     

 

 

Gesenkschmiede Hendrich

Die Gesenkschmiede Hendrichs ist ein Museumsstandort des LVR-Industriemuseums in Solingen. Von 1886 bis 1986 wurden hier Scheren-Rohlinge geschmiedet und teilweise weiterverarbeitet. Die Gesenkschmiede ist ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH) und Teil des Netzwerkes „Industriekultur Bergisches Land“. Sie ist von weiteren musealen Industriekulturstandorten umgeben.

 

Historie  

 

Begünstigt durch die vielen Wasserläufe im Bergischen Land und die zahlreichen Wälder, die ausreichend Holzkohle lieferten, sowie durch die Nähe zu Erzgruben im Siegerland bildete sich schon im Mittelalter im Raum Solingen das Klingengewerbe, das sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem umfassenden Schneidwarengewerbe weiterentwickelte. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts erlangte die Solinger Schneidwarenindustrie eine führende Position auf dem Weltmarkt.

 

 

 

1886 gründeten die Brüder Peter und Friedrich-Wilhelm Hendrichs die Gesenkschmiede in Solingen-Merscheid. Gründe hierfür waren die Mechanisierung des Schmiedevorgangs. Sie sollte sich binnen weniger Jahrzehnte zu einer der größten Solinger Gesenkschmieden mit insgesamt 33 Hämmern entwickeln. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Schmiedeprozess in Solingen vollständig vom Handschmieden auf das mechanisierte Gesenkschmieden umgestellt. Die Gesenkschmiede Hendrichs darf als typisches Beispiel für diese Entwicklung angesehen werden. Die zahlreichen Gesenkschmieden erzeugten die Rohware, die dann auf traditionelle Weise in kleinen Handwerks- bzw. Heimarbeiterbetrieben weiterverarbeitet d.h. zum Beispiel gehärtet, geschliffen und montiert wurden.


Aufbau der Gesenkschmiede Hendrichs  

 

 

 

Wie alle Gesenkschmieden so bestand auch die Gesenkschmiede Hendrichs im wesentlichen aus vier Abteilungen:

Zum Antrieb der Maschinerie über Transmission wurden ein Kesselhaus und ein Maschinenhaus für die Dampfmaschine benötigt. 1956 wurde stattdessen ein Dieselmotor installiert. Hierzu kamen Läger für die Rohlinge und die Werkzeuge. Im Falle der Gesenkschmiede Hendrichs ergibt sich eine Besonderheit daraus, dass sie zugleich über eine so genannte Dampfschleiferei verknüpft war, in der selbständige Schleifer (Heimarbeiter) einen Arbeitsplatz gemietet hatten.


Ende der Gesenkschmiede Hendrichs 


Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Zahl der Beschäftigten von etwa 60–70 in den 1950er Jahren – vor allem bedingt durch die schwere Krankheit von Peter-Wilhelm Hendrichs – auf schließlich acht zurück. Nach dem Tod von Peter-Wilhelm Hendrichs führte die Witwe Luise Hendrichs die Geschäfte weiter, stets auf der Suche nach einer Möglichkeit, den Betrieb ohne Härten für die Beschäftigten auslaufen zu lassen. In dieser Situation erwies sich das Angebot des LVR, die Gesenkschmiede mitsamt der Beschäftigten zu übernehmen als Glücksfall.

LVR-Industriemuseum Solingen 

Als Firma Hendrichs hundert Jahre nach ihrer Gründung im Jahre 1986 ihre Tätigkeit einstellte, wurde die Gesenkschmiede von einem Tag zum anderen zum Museum. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hatte die Fabrik erworben, um sie zu einem Standort des von ihm betriebenen Rheinischen Industriemuseums zu machen. Die Mitarbeiter der Firma Hendrichs behielten ihren Arbeitsplatz und demonstrieren weiterhin die Produktion von Scheren.


Umbau 


Die Gesenkschmiede erfüllte bei ihrer Schließung weder die Sicherheitsanforderungen an einen modernen Betrieb noch an eine Einrichtung mit Publikumsverkehr. Außerdem musste Museums-Infrastruktur in die Fabrik eingebaut werden. Der Landschaftsverband Rheinland finanzierte daher mit 2,0 Millionen DM und das Land NRW mit 15 Mio. DM Fördergeldern die Herrichtung zum Museum, ohne dass der denkmalgeschützte Charakter der Fabrik mit seiner Arbeitsatmosphäre verloren ging. 1999 erfolgte die offizielle Neueröffnung.

 

 

Industriekultur

Alle Maschinen, die Fallhämmer, Pressen und Fräsmaschinen, alle Werkzeuge, auch die Werkbänke für die Werkzeugmacher sind noch komplett vorhanden. Selbst der Umkleideraum mit den alten Spinden, der Waschraum mit der langen Reihe drehbarer Waschschüsseln, das Maschinenhaus oder das Kontor mit der klappernden Schreibmaschine ist noch da. Auch die Firmenvilla der Unternehmerfamilie steht noch immer an ihrem Platz.


Bestandteile der Dauerausstellung


In der ehemaligen Gesenkschmiede Hendrichs mit mehr als 3.500 qm Ausstellungsfläche wird auch heute immer noch Scherenrohlinge an den Fallhämmern hergestellt. In der Werkzeugmacherei werden die Gesenkwerkzeuge für die Scherenformen mit Maschinen und am Schraubstock bearbeitet. Die Weiterverarbeitung der Scherenrohlinge – das Härten, das Schleifen und das Zusammensetzen – wird in ehemaligen, noch betriebsfähigen Heimarbeiter-Werkstätten, die in die Ausstellung integriert wurden, gezeigt. Weitere Abteilungen veranschaulichen die Mechanisierung des Schleifens und erläutern die Arbeit in der Schneidwarenproduktion.[1] Die herrschaftliche Firmenvilla von 1896 bietet darüber hinaus Einblicke in die bürgerliche Lebenswelt der Fabrikantenfamilie. Hier befindet sich auch das Museumscafé mit Wintergarten. Auch die Gartenanlage mit altem Baumbestand kann im Sommer von Besuchern als Biergarten genutzt werden. Das Museumscafé ist zurzeit ohne Pächter und geschlossen (Stand Juli 2010).


Museumspädagogik und Veranstaltungen 


Das LVR-Industriemuseum Solingen hat ein umfangreiches, nach Jahrgangsstufen und Schulformen differenziertes, museumspädagogisches Angebot. Das Programm wird durch besondere Angebote für Kinder und Familien ergänzt, zum Beispiel wie das Puppentheater „Am laufenden Band“, die Ausrichtung von Kindergeburtstagen oder spezielle Familiensonntage, Schmiedeworkshops und Kreativworkshops.

Neben Sonntagsführungen, Themenführungen, Kinderführungen oder auch Mundartführungen veranstaltet das Museum regelmäßig industriegeschichtliche Exkursionen und Betriebbesichtigungen, gelegentlich auch Vorträge, Konzerte, Lesungen oder Diskussionsveranstaltungen. Neben dem jährlichen Museumsfest bildet der MesserGabelScherenmarkt mit einer Produktschau von über 25 Solinger Herstellern in jedem Herbst einen Programmhöhepunkt.

 

Quelle: Wikipedia

 

 

Balkhauser Kotten

Fotos von Klaus-Peter Beck

»Das Wort „Kotten“ bezeichnet in Solingen nicht - wie sonst üblich - eine kleine Bauernbehausung (Kate), sondern eineSchleiferwerkstätte, in der seit dem späten 14. Jahrhundert mit Hilfe der Wasserkraft gearbeitet wurde. Solche Kotten oder Schleifmühlen entstanden zunächst in den Bachtälern, im 16. Jahrhundert auch am Lauf der Wupper. Die Wassermengen und das Gefälle des Flusses reichten aus, zahlreiche Schleifsteine und Pliestscheiben anzutreiben. Ihre höchste Zahl erreichten historische Schleiferwerkstätten im 17. Jahrhundert - 109 im Jahre 1684. Sie verloren ihre Bedeutung, als Dampfmaschinen und Elektromotoren die Schleifer vom Wasser unabhängig machten. Im Fachwerkstil des 18. Jahrhunderts wieder errichtet, bewahrt der Balkhauser Kotten die alte Handwerkstradition der Solingern Schleifer. Im Schleifermuseum kann man Scherenschleifern über die Schulter schauen, während sie ihre Tätigkeiten nach alter Überlieferung verrichten. In der Kottenstube zeigt der in dem Kotten tätige Designer seine Arbeiten und informiert durch Ausstellungen über geschichtliche Themen, über Industrie, Handwerk, Design und Kunst.«

(Quelle: Stadtinformation, Stadt Solingen)